Lübeck - Brandschutz ist ein wichtiges Thema an Lübecker Schulen und Kitas. 1300 Kinder werden jährlich in der Stadt geschult. Am 12.01.2010 war die Feuerwehr im Kindergarten Am Behnckenhof. Feuer ist ein zwiespältiges Element, das besonders auf Kinder eine hohe Anziehungskraft ausübt. „Feuer kann sehr schön sein, aber auch schnell zu bitterem Ernst werden“, weiß Frauke Jurchan, stellvertretende Leiterin der Kindertagesstätte Am
Behnckenhof. Und das will sie den Kindern vermitteln.

Brandschutzerziehung wird in der Kita groß geschrieben. Deshalb war gestern die Lübecker Feuerwehr zu Gast. „Was wisst ihr über die Feuerwehr?“, fragt Brandschutzerzieher Torsten Frobel in die Runde. Dieses Mal sind die Schulminis dran, 23 Kinder zwischen fünf und sechs Jahren. Manche kennen den 36-Jährigen schon vom Vorjahr. Eifrig melden sich die Vorschulkinder zu Wort: „Feuer löschen“, „die Katze vom Baum holen“, „Bäume von der Straße ziehen“. Alles richtig. Die alljährliche Wiederholung der Übung scheint sich bei den Kleinen bewährt zu haben. Sogar an die Telefonnummer der Feuerwehr erinnern sich einige der Kleinen sofort: 112. Sie wissen, wie sie sich im Ernstfall zu verhalten haben.

„Wir veranstalten diese Brandschutzerziehung immer zum Jahresbeginn, damit die neuen Kinder das auch gleich mitmachen“, sagt Frauke Jurchan. Im Idealfall erleben die Kleinen die Präventionsmaßnahme vier Mal. Dazu kämen sechs Fluchtübungen pro Jahr. Pflicht ist die Brandschutzerziehung durch die Feuerwehr für Kindergärten und Schulen nicht. Sie werde aber sehr gut angenommen, sagt Frobel. Er leitet den Fachbereich. 2009 waren die Brandschutzerzieher der Lübecker Berufsfeuerwehr und der 23 freiwilligen Wehren bei 145 Veranstaltungen an Schulen und Kindergärten. „Dabei wurden 3000 Personen geschult, darunter etwa 1300 Kinder“, so Frobel. Die Brandschutzerziehung in Lübeck wird ehrenamtlich erbracht und ist kostenfrei für Kitas und Schulen. Ein Engagement, das im Ernstfall Leben retten kann: 460 Brandtote hat es 2009 in Deutschland gegeben, darunter 120 Kinder. Auch in Lübeck starben fünf Menschen. Viele werden sich an das Unglück im Februar vergangenen Jahres erinnern, als bei einem Feuer in der Straße St. Johannis zwei kleine Jungen und eine Mutter starben. Die gestrige Brandschutzübung soll die Kinder aber nicht nur für den Ernstfall vorbereiten, sondern insbesondere die Angst vor der Feuerwehr nehmen. „Ich habe selbst schon Erwachsene erlebt, die sich erschrecken, wenn auf einmal mitten in der Nacht die Feuerwehr am Bett steht – vermummt, und man kann die Leute wegen der Atemschutzmaske nicht verstehen“, berichtet Frobel, der mit einem Löschwagen und seiner Ausrüstung angerückt kam.

Die Kinder durften einmal auf den Helm klopfen, die Atemschutzmaske berühren und sich einige der Kleidungsstücke überziehen. Alles unter den Augen von Thorsten Geißler, Senator für Umwelt, Sicherheit und Ordnung, der sich ein Bild von der Lübecker Branderziehung machte.
Quelle im Internet: http://www.ln-online.de/artikel/2719932
